
Ein persönlicher Essay über weibliche Lebensübergänge
Es war ein Freitagnachmittag.
Draußen wurde es dunkel, im Haus war es still.
Eigentlich wollte ich nur noch ein paar letzte Mails versenden, doch stattdessen stand ich plötzlich mitten im Raum, unfähig, mich zu bewegen – als hätte jemand den Stecker gezogen.
In der darauffolgenden Zeit bekam dieser Zustand eine Diagnose.
Rückblickend war es kein Zusammenbruch, sondern ein Stopp.
Ein radikales Innehalten, das ich selbst so nie gewählt hätte – und das doch notwendig war.
„Du bist stark. Eine Powerfrau. Du schaffst das schon.“
Diesen Satz hatte ich jahrelang gehört – und noch länger danach gelebt.
Stark sein bedeutete für mich damals, klaglos zu funktionieren, Verantwortung zu übernehmen und Lösungen zu finden, wenn andere längst aufgegeben hatten.
Von außen wirkte das souverän. Doch in mir wurde es immer stiller.
Erst viel später wurde mir klar: Das war nicht mein erster Umbruch. Er war nur der deutlichste.
Übergänge, die mich geformt haben
Schon mit neunzehn hatte ich mich entschieden, mein Leben selbst zu gestalten
– entgegen den Erwartungen meines Elternhauses.
Es folgten weitere Übergänge: Scheidung. Alleinerziehend. Patchwork.
Neuanfänge in fremden Ländern. Berufliche Richtungswechsel.
Rollenwechsel. Empty Nest.
Und jede dieser Phasen stellte mir dieselbe Frage:
Wer bin ich – jetzt?
Vielleicht kennst du diese Frage auch.
Mich hat sie über vier Jahrzehnte hinweg begleitet.
Und ich habe etwas Entscheidendes verstanden:
Umbruch ist keine Niederlage, sondern eine Einladung.
Eine Einladung, ehrlich zu werden, Ballast loszulassen und sich selbst neu auszurichten.
Diese Erkenntnis hat mein Leben verändert – und sie prägt mein Schreiben.
Warum ich darüber schreibe
Vielleicht befindest du dich gerade selbst in einer Phase des Wandels.
Zwischen Erfolg und Sinnsuche. Zwischen Stärke und Erschöpfung.
Zwischen dem Wunsch zu funktionieren – und dem leisen Gefühl, dass da noch mehr sein muss.
Genau für diese Übergänge schreibe ich.
Ich schreibe nicht, um Krisen zu analysieren. Ich schreibe, um Möglichkeiten sichtbar zu machen.
Weil ich weiß, wie sich leise Brüche anfühlen – die vielen Hüte, die wir tragen, die Verantwortung, die Erwartungen von außen und innen.
Und weil ich weiß, dass hinter jedem Umbruch ein Aufbruch wartet.
Wenn du dich in diesen Zeilen wiedererkennst, dann bist du hier richtig.
Du bist herzlich willkommen in meiner Welt.
Und wenn dich solche Gedanken begleiten dürfen,
findest du hier meinen Newsletter für Frauen im Lebensumbruch
Dein Takeaway:
„Kein Umbruch geschieht zufällig.
Jede Lebensphase schreibt uns neu.“

